
Der hochkarätig besetzte Wettkampf begann am Samstag mit 18 Vorrunden, mit je sechs oder sieben Fechterinnen. Enders startete in einer 7er Runde und musste sich nur der erfahrenen Frauke Hohlbein vom Neusser SV (4:5) und Julia Morawietz (Bayer 04 Leverkusen)(3:5) geschlagen geben. Gegen die Schweizerin Friederike Benning (5:2), Inken Opiolka (5:4) vom FC Offenbach, Amrei Jacubowsky (5:0) vom FC Tauberbischofsheim (TBB) und Katharina Daume (5:2), TV Homburg gewann sie sicher. Auf Rang 32 war der Einzug in die Zwischenrunde ungefährdet.
Dort gelang ihr alles, fünf Gefechte – fünf Siege. Zunächst hieß es 5:4 gegen die Offenbacherin Laura Kieslich, dann 5:2 gegen Jacqueline Huptas aus Leverkusen. Auch Julia Morawietz, der sich die Werdohlerin in der Vorrunde noch geschlagen geben musste unterlag jetzt 3:5. Ebenso erging es Anna-Lea Ulm aus Augsburg und Sarah Wittmann vom TG Schweinfurt. Sie verloren mit vier bzw. drei Gegentrefffern. Das bedeutete Rang 7 in der Zwischenrunde und Einzug in die 64er Direktausscheidung als Nr. 19.
Dort wartete Hannah Piesch vom Olympiastützpunkt Tauberbischofsheim. Die LTV-Fechterin startete konzentriert, lag anfangs gleichauf, konnte sich einen 2-Punkte Vorsprung erkämpfen und diesen sicher bis zum 15:13 halten.
Die nächste Gegnerin war die am letzten Wochenende gekürte Deutsche Junioren-Meisterin und Weltcup-Gewinnerin Nadine Stahlberg aus Offenbach.
Stahlberg konnte zunächst einige überraschende Hand- und Fußtreffer setzen. Dann schwand bei Enders der Respekt vor dem großen Namen und sie konnte mehrfach hintereinander hervorragende Einzeltreffer setzen. Leider kam der Sinneswandel zu spät und die Aufholjagd reichte nur noch zum 11:15. Dies bedeutete den Weg in den Hoffnungslauf, wo sie auf die Ranglistenkonkurrentin Alina Nahm (TBB) traf. Hier zeigte die Schülerin von Trainer Wojchiech Mróz ihre Klasse und deklassierte ihre Gegnerin in nur zwei Minuten mit 15:5. Damit qualifizierte sich Enders für das 32er Tableau und übertraf damit das gesteckte Ziel.
Am Sonntag wartete als erste die als Nr. 10 gesetzte und spätere
Bronzemedaillengewinnerin Stephanie Romanus vom FC Leipzig, auf Henrike Enders. Die Westfälin startete selbstsicher und ging schnell leicht in Führung, die aber langsam dahin schmolz. Ihre Gegnerin konnte sich aber auch nicht absetzen und so stand es vor der letzten Pause 14:14. Hochmotiviert kehrten beide Fechterinnen aus der Pause zurück, obwohl Enders sich vorgenommen hatte, selbst die Initiative zu übernehmen, kam ihr die Gegnerin knapp zuvor und setzte den Siegtreffer zum 15:14.
Nach diesem „Krimi" fehlte Enders im folgenden Gefecht gegen die fast zwei Köpfe größere Schweizerin Angela Krieger die Konzentration. Zwar konnte sie viele Fléche-Treffer setzen, geriet aber selbst zu oft in die Reichweite der Eidgenössin und fing sich dann zahlreiche kurze Hand- und Unterarmtreffer ein. Eine 11:15 Niederlage war somit das letzte Ergebnis. Für die erst 16-jährige Henrike Enders ist ein 29. Platz bei einem mit Deutschen Meisterinnen und Nationalmannschaftsfechterinnen besetzten, internationalen Damenturnier jedoch als großer Erfolg zu werten, zumal sie damit ihre Spitzenposition auf allen westfälischen Ranglisten weiter festigt.