
Das letzte DFB-Ranglistenturnier im Damendegen der A-Jugend vor den Deutschen Meisterschaften im Mai 2012 in Frankfurt wurde am 14./15. Januar 2012 im Olympiastützpunkt und Bundesleistungszentrum beim OFC Bonn als internationales Turnier ausgetragen.
Nach Meldung von 159 Mädchen starteten 139 Teilnehmerinnen aus Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Ita-lien und Rumänien.
Marie Courouble, Henrike Enders, Lea-Marie Geisbauer und Johanna Schmidt vertraten den Lüdenscheider TV.
Aus der Vorrunde qualifizierten sich die besten 108 Fechterinnen für die Zwischenrunde, darunter Enders mit sechs Siegen von sechs Gefechten, sowie Courouble, Geisbauer und Schmidt mit je 3 Siegen.
In der ersten Zwischenrunde mussten jeweils fünf Gefechte absolviert werden. Alle Lüdenscheider mussten wohl ein Tribut an die frühe Anreise zollen, denn etwas müde und zum Teil unkonzentriert konnten Johanna Schmidt und Henrike Enders nur drei Siege verbuchen, Lea-Marie Geisbauer siegte zweimal. Diese drei erreichten die 2. Zwi-schenrunde. Die erst 13-jährige Marie Courouble traf auf starke Gegner aus den Hochburgen Heidenheim, Solingen und Frankfurt und schied ohne Sieg auf Platz 106 aus.
Die weiterfechtenden Lüdenscheiderinnen zeigten in den letzten sechs Rundengefechten gute Leistungen, Lea-Marie zog mit zwei Siegen knapp, Johanna und Henrike mit jeweils fünf Siegen souverän in die am Sonntag stattfindende Direktausscheidung der letzten 64 Fechterinnen ein.
Auch am Sonntag klingelte der Wecker wieder kurz nach fünf, denn Trainer Wojciech Mróz hatte die Fechterinnen zum gründlichen Aufwärmtraining früh um halb acht in die Bonner Halle bestellt.
Lea-Marie Geisbauer verlor knapp mit 12/15 gegen die Heidenheimer Fechterin Melissa Buntz, die erst vor wenigen Wochen Dritte bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften geworden war. Davon etwas entmutigt ließ sie sich von der forsch auftretenden Lynn Sophie Wenke vom TSC Eintracht Dortmund im Hoffnungslauf einschüchtern und schied als 58. aus.
Johanna Schmidt, auf Rang 23 gesetzt, traf auf Semiha Kanbur vom FC Hardheim-Höpfingen und siegte sicher 15/4. Gegen die Frankfurterin Sofia Weitbrecht musste sie sich allerdings in einem spannenden Gefecht 12/15 geschlagen geben. Der Einzug ins 32er-Feld gelang ihr über den Hoffnungslauf mit einem vernichtenden 15/1 gegen Marcella Seide (MTV Braunschweig).
Henrike Enders hatte es gegen die Heidenheimerin Tanja Gmelin wesentlich schwerer und siegte nur knapp 15/13. Ein 15/12 Sieg gegen die Belgierin Kiran Senimale sicherte ihr dann den direkten Einzug ins 32er K.o.
Schmidt traf jetzt auf Julia Lentz vom Fechtclub Tauberbischofsheim und siegte in einem Gefecht mit ständig wechselnden Führungen knapp mit 12/11. Der erst 14-jährigen Vanessa Riedmüller aus Biberach musste sie sich allerdings deutlicher 11/15 geschlagen geben. Im Hoffnungslauf unterlag sie schließlich knapp der Heidenheimerin Anna Hornischer 14/15. Nach längerer Verletzungspause ist der erreichte 20. Platz kein schlechtes Ergebnis.
Henrike Enders traf im 32er K.o. zunächst auf Yvonne Weiler vom WMTV Solingen, die Finalgegnerin des letzten Wochenendes im Turnier um die Trophäe der Sparkasse Lüdenscheid, und konnte sicher 13/6 siegen. Wie ihre Ver-einskameradin Schmidt musste sie gegen Sofia Weitbrecht mit 11/15 eine Niederlage hinnehmen und landete in den Hoffnungsläufen. Gegen Marina Hörner vom FC TBB konnte sie in einem dramatischen Schlussspurt einen zwi-schenzeitlichen 5-Punkte-Rückstand aufholen und 15/13 gewinnen. Nochmals lautete die Gegnerin Yvonne Weiler, gegen die sie erwartungsgemäß im zweiten Drittel mit sechs Punkten führte. Doch dann schien Enders wie verwan-delt, sie verschlief die Angriffe der Solingerin und geriet sogar noch mit 11/13 in Rückstand. Zum Glück wachte sie rechtzeitig auf , erreichte kurz vor Schluss des Gefechtes den Ausgleich auf 14/14 und in der Verlängerung den Siegtreffer zum 15/14. Als wirklich starke Gegnerin und letzte Hürde vor dem Einzug ins Viertelfinale wartete die Heidenheimerin Melissa Buntz. Enders Aktionen waren von Anfang an kontrolliert: eine sehr präzise Degenführung, gepaart mit absoluter Konzentration ließ sie Punkt für Punkt zum 15/7 holen.
Das Aus auf Rang acht kann erst im Viertelfinale gegen die spätere Turniersiegerin und Ausnahmefechterin Nadine Stahlberg aus Offenbach.
Keineswegs enttäuscht nahm Henrike Enders bei der Siegerehrung die Glückwünsche und den Ehrentaler des OFC Bonn von der Europameisterin und Vereinspräsidentin Imke Duplitzer entgegen.